Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Ursachen
Unter Herzschwäche versteht man, dass das Herz nicht ausreichend pumpt, um den Körper und seine Organe mit genügend Sauerstoff zu versorgen.

Bei der Herzschwäche handelt sich nicht um eine eigenständige Erkrankung. Vielmehr  ist die Herzschwäche ein sog. Syndrom, welches sich  als Folge verschiedener Erkrankungen, die den Herzmuskel schädigen, entwickeln kann. Hierzu gehören Herzinfarkt, Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien) und Erkrankungen der Herzklappen. Aber auch Herzrhythmusstörungen wie das Vorhofflimmern oder ein ungenügend behandelter hoher Blutdruck können Ursachen einer Herzschwäche sein.
Häufigkeit

Die Häufigkeit der Herzschwäche hat zugenommen.

Dies ist zum einen auf das Älterwerden der Bevölkerung zurückzuführen. Andererseits haben verbesserte Behandlungsmöglichkeiten für viele andere Erkrankungen dazu geführt, dass ein vorzeitiger Tod verhindert wird und die betroffenen Personen später eine Herzschwäche entwickeln.

Symptome und Verlauf

Je nach Schweregrad können die Beschwerden von leichten Symptomen bis hin zu schweren Beeinträchtigungen schon bei den Verrichtungen des täglichen Lebens variieren.

Das typische Symptom ist die Luftnot. Weitere Beschwerden sind Müdigkeit und ein hoher Puls, sogar in Ruhe. Die Haut wird kühl und blass, manchmal gräulich-blau. Wenn die Auswurfleistung des Herzens abnimmt, beginnt der Körper Flüssigkeit zurückzuhalten und es kommt zur Ansammlung von Flüssigkeit, sog. Ödemen.

Manchmal entsteht eine Herzschwäche schnell innerhalb von  Tagen oder  Wochen. Häufig entwickelt sie sich aber allmählich.

Diagnostik

Verschiedene Untersuchungen helfen, die Ursache einer Herzschwäche festzustellen, den Schweregrad zu bestimmen und die optimale Behandlung zu finden.

Behandlung

Eine rechtzeitige Behandlung verschiedener Herzerkrankungen kann oft verhindern, dass später eine Herzschwäche entsteht.

Da die Ursachen der Herzschwäche verschieden sind, wird sich die Behandlung nach der zugrundeliegenden Erkrankung richten. Hierzu gehören z.B. die gute Einstellung eines Bluthochdruckes, die akute Behandlung des Herzinfarktes oder der Ersatz einer erkrankten Herzklappe.

Ziel der Behandlung ist in jedem Fall die Verbesserung der Prognose und die Linderung von Symptomen.

Hat sich bereits eine Herzschwäche entwickelt, bilden Allgemeinmassnahmen wie Reduktion der Kochsalzzufuhr und ein moderates körperliches Training die Grundlage der Behandlung und tragen zu einer Verbesserung von Leistungsfähigkeit und Lebensqualität bei.

Medikamentöse Therapie

In den meisten Fällen ist es erforderlich, regelmässig Medikamente einzunehmen. Hierzu gehören Betarezeptorenblocker, ACE-Hemmer, Angiotensinrezeptorantagonisten und Diuretika.

Invasive Elektrophysiologie

Viele Patienten mit Herzschwäche leiden unter Herzrhythmusstörungen aus den Vorkammern des Herzens (Vorhofflimmern und Vorhofflattern). Bei diesen Patienten kann die Herzrhythmusstörung durch einen speziellen Kathetereingriff (Katheterablation) behandelt und die Herzschwäche beseitigt oder gebessert werden.

Da Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz gefährdet sind, aufgrund bösartiger Herzrhythmusstörungen am Sekundenherztod zu versterben, wird eventuell die Implantation eines automatischen Defibrillators (ICD) empfohlen. Der ICD wird ähnlich wie ein Herzschrittmacher meist in Lokalanästhesie unter die Haut im Brustbereich eingepflanzt. Das Gerät überwacht  den Herzrhythmus und ist in der Lage, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen automatisch, durch Abgabe elektrischer Impulse zu beenden. Bleiben die Beschwerden trotz optimaler Behandlung bestehen, wird für ausgewählte Patienten ein spezielles System verwendet, welches durch eine zusätzliche Elektrode in der Lage ist, die Arbeit der Herzkammern zu koordinieren und so eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit zu erreichen, die sog. kardiale Resynchronisationstherapie.

Obwohl die Herzschwäche eine schwerwiegende Störung und oft nicht heilbar ist, kann viel getan werden, um die Beschwerden zu lindern und die Prognose günstig zu beeinflussen. Wie bei jeder medizinischer Massnahme müssen mögliche Risiken und potentieller Nutzen gegeneinander abgewogen werden, um zu entscheiden, welche Massnahme bei welchem Patienten durchgeführt werden kann.